Das Fisch-Paradoxon – wieviel Fisch ist gesund?
„Iss mehr Fisch“ – das hören wir seit Jahrzehnten. Zwei Portionen pro Woche, am besten fetter Seefisch, Omega-3, gut fürs Herz, gut fürs Gehirn. Die Empfehlungen klingen klar.
Aber wer heute vor dem Kühlregal steht, dem kommen berechtigte Fragen: Ist das noch zeitgemäß? Kann ich Fisch überhaupt noch guten Gewissens essen – angesichts von Überfischung, Schwermetallen und Plastikmüll im Meer? Woher soll ich guten Fisch überhaupt beziehen?
Ich stelle dir diese Fragen nicht, um dir Fisch zu verleiden. Sondern weil ich finde: Wer bewusst isst, darf auch bewusst nachfragen.
Warum Fisch wertvoll ist
Die Fakten sprechen für sich: Fisch liefert die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in einer Form, die der Körper direkt verwerten kann – für Herzfunktion, Gehirn, Entzündungsregulation. Schon 250 mg EPA und DHA täglich reichen aus, um eine normale Herzfunktion zu unterstützen – das entspricht etwa einer Portion fettem Seefisch pro Woche. Dazu kommen Vitamin D, Jod, Selen und hochwertiges Eiweiß – ein Nährstoffprofil, das sich kaum einfach ersetzen lässt.
Wo es kompliziert wird
Die Meere haben sich verändert. Viele Fischbestände sind überfischt, industrielle Fangmethoden zerstören Ökosysteme. Hinzu kommt die Schadstoffbelastung: Schwermetalle wie Quecksilber reichern sich besonders in großen Raubfischen an – Schwertfisch, Hai, große Thunfische. Je größer und älter der Fisch, desto höher die Belastung. PFAS und PCB – industrielle Umweltgifte, die kaum abgebaut werden – finden sich vor allem in fettreichen Fischarten der Nord- und Ostsee.
Auch Aquakulturen sind keine einfache Lösung: Je nach Produktionsbedingungen spielen Antibiotika, Futtermittel und Energieverbrauch eine entscheidende Rolle.
Was das für deine Entscheidung bedeutet
Meine Haltung dazu: nicht Verzicht, sondern Bewusstheit.
Wenn du Fisch essen möchtest, dann mit ein paar einfachen Orientierungspunkten: Abwechslung statt Gewohnheit – nicht immer dieselbe Art, sondern variieren. Auf Siegel wie Bio, Naturland oder ASC achten – der WWF-Fischratgeber gibt mit einem Ampelsystem ein gute Übersicht darüber, welche Fische mit gutem Gewissen gegessen werden können. https://fischratgeber.wwf.at/
Kleine, fette Fische wie Hering, Makrele oder Sardine sind oft die bessere Wahl: weniger Schadstoffbelastung, mehr Omega-3, ökologisch verträglicher.
Ich kaufe auch gerne heimische Fische wie Forelle oder Saibling, da es hier leichter ist, die Quellen nachzuvollziehen.
Und wer überhaupt keinen Fisch essen möchte oder kann? Algenöl liefert EPA und DHA direkt aus der Quelle – Algen sind es, von denen Fische ihre Omega-3-Fettsäuren beziehen. Algenöl immer kühl und dunkel lagern, nicht erhitzen, und zeitgerecht verbrauchen.
Diese Geschichte über Fisch ist eigentlich eine Geschichte über Ernährungsempfehlungen im Allgemeinen. Sie entstanden zu einer bestimmten Zeit, in einem bestimmten Kontext – aber die Welt verändert sich. Was vor zwanzig Jahren galt, muss heute nicht mehr uneingeschränkt gelten. Das bedeutet nicht, dass wir gar nichts mehr glauben können – aber es lohnt sich , genauer hinzuschauen.
Was für einen passt, passt für andere nicht. Was generell empfohlen wird, ist nicht automatisch das Richtige für deinen Körper, deine Situation, dein Leben.
Genau das ist mein Ansatz, den ich in meinen Ernährungsaustestungen verfolge. Klarheit über die persönliche Ernährung zu bekommen.
Als Einstieg in das komplexe Thema Ernährung startet am 15. April ein online Kurs: Ernährungs-Basiscs. Ernährung mit Leichtigkeit. Hier der Link dazu https://alfima.com/helgakuess/online-live-kurs-ernahrung-mit-leichtigkeit Dort findest du auch alle näheren Informationen dazu.