Ewigkeitschemikalien

Ewigkeitschemikalien“ – dieses Wort taucht in den Nachrichten immer öfter auf.

Die meisten Menschen, mit denen ich spreche, haben es schon gehört. Was genau dahintersteckt, weiß kaum jemand.

Dabei betrifft es etwas, das wir jeden Tag zu uns nehmen: unser Wasser.

Was sind Ewigkeitschemikalien?

Gemeint ist eine große Gruppe künstlich hergestellter Stoffe, die Fachleute PFAS nennen. Sie werden seit den 1950er-Jahren produziert, weil sie eine praktische Eigenschaft haben: Sie stoßen Wasser, Fett und Schmutz ab.

Du findest sie in beschichteten Pfannen, in wasserabweisenden Jacken und Schuhen, in Backpapier und Pizzakartons, in manchen Kosmetikprodukten oder im Skiwachs.

Genau das, was sie so praktisch macht, ist auch das Problem: Die Verbindungen in diesen Stoffen sind so stabil, dass die Natur sie kaum aufbrechen kann. Was einmal in der Umwelt ist, bleibt dort – über Jahrzehnte, oft länger. Daher der Name.

TFA – der kleinste Stoff von ihnen
In Österreich wird derzeit vor allem über einen Stoff aus dieser Gruppe gesprochen: TFA, ausgeschrieben Trifluoressigsäure.

TFA entsteht, wenn bestimmte Pflanzenschutzmittel und Kältemittel aus Klimaanlagen zerfallen. Es ist der kleinste Vertreter dieser Familie – und ausgerechnet das macht ihn so heikel.

Er löst sich hervorragend in Wasser, wandert mit dem Regen und dem Sickerwasser bis ins Grundwasser und bleibt dort.

Die Zahlen für Österreich
Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat Leitungswasser aus ganz Österreich untersuchen lassen – 55 Proben aus 44 Wasserversorgungen, die etwa 42 Prozent der Bevölkerung versorgen.

In 54 von 55 Proben war TFA nachweisbar.

Am höchsten waren die Werte in Oberösterreich, der Steiermark und Niederösterreich, also dort, wo viel Landwirtschaft betrieben wird. Kärnten liegt mit 0,61 Mikrogramm pro Liter zwar deutlich darunter. Gefunden wurde der Stoff aber auch bei uns.

Dazu kommt eine zweite Auswertung: GLOBAL 2000 hat amtliche Grundwasser-Messdaten des Landwirtschaftsministeriums aus 2018/2019 und 2024 verglichen. An allen 16 Messstellen, die in beiden Zeiträumen untersucht wurden, ist die Belastung gestiegen. An keiner einzigen blieb sie gleich. Im Schnitt hat sie sich in rund fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Die Behörden sagen dazu, dass die gemessenen Mengen derzeit kein unmittelbares Risiko darstellen, und empfehlen gleichzeitig, die Aufnahme vorsorglich gering zu halten – besonders in der Schwangerschaft und bei Kindern.

Die ganze Auswertung findest du bei GLOBAL 2000.

Was du selbst tun kannst

Das klingt erst einmal nach – was soll ich da schon tun? Ist es aber nicht ganz. Wir können immer etwas tun, auch wenn es im Kleinen manchmal verloren wirkt.

  1. Beim Wasser

Die meisten Filterkannen und Aufsätze arbeiten mit Aktivkohle – und die hält TFA nicht zurück. Auch Abkochen hilft nicht, im Gegenteil, das Wasser wird dadurch eher konzentrierter. Wirksam ist nur die Umkehrosmose. Ich schaue mir gerade verschiedene Anlagen genauer an und lasse dich wissen, welche davon wirklich geeignet sind.

2. Im Haushalt

Bei den Ewigkeitschemikalien insgesamt kannst du mehr tun, als du denkst:

•      Pfannen und Töpfe ohne Kunststoffbeschichtung verwenden, etwa aus Edelstahl, Gusseisen oder Keramik.

•      Bei Outdoor-Kleidung auf Ausrüstungen ohne Fluor achten (Siegel oder Hinweise wie „PFC-frei“, „fluorfrei“ oder „FC-free“). Einige Hersteller von Outdoor Kleidung bieten mittlerweile umweltfreundliche Imprägnierungen auf Basis von Wachs oder Polyurethan an.

•      Fettabweisende Verpackungen meiden – also Pizzakartons, beschichtetes Backpapier, Fast-Food-Verpackungen.

•      In der Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten, die mit „Fluor“, „Perfluor“ oder „PTFE“ beginnen.

Jeder dieser Schritte ist klein. Aber es ist ein Unterschied, ob du etwas geschehen lässt oder eine bewusste Entscheidung triffst.

Warum ich das schreibe
Nicht, um dir Angst zu machen. Angst ist ein schlechter Ratgeber, und kontrollieren können wir das alle nicht. Wir können aber wählen, was wir kaufen.

Und dann gibt es noch die Seite: Je besser dein Körper versorgt ist und je besser er ausleiten kann, desto besser kommt er mit dem zurecht, was ohnehin auf ihn zukommt. Wie gut das funktioniert, hängt stark davon ab, was du isst und trinkst – und das ist bei jedem Menschen anders.

Genau das schauen wir uns in einer kinesiologischen Ernährungsanalyse gemeinsam an.